Ruhrpottspatzen singen für den König

Gemeinsam mit einem Orchester üben und singen die „Ruhrpottspatzen“ das Theaterstück „Die Zauberharfe“ an der Rudolf-Steiner-Schule ein. Foto: Marcus Simaitis / WAZ FotoPoolWAZ-Bericht von Franziska Bombach, 23.01.2012. Noch sitzt der Text für die Aufführung des irischen Märchens „Die Zauberharfe“ nicht ganz beim Kinderchor „Ruhrpottspatzen“. 24 Schüler und Vorschüler haben noch eine Woche Zeit, um für das Stück zu proben.

Dann stehen sie gemeinsam mit einem Orchester auf der großen Bühne der Rudolf-Steiner-Schule und präsentieren die Geschichte vom König mit den großen Ohren ihren Eltern und Verwandten.

Während die Leiterinnen des Theaterstücks, Susanna Dornwald und Sophie von Laer, das Orchester auf die zarten Stimmen des Kinderchores abstimmen, stehen die Akteure des Märchens, das auf der Sage des König Midas beruht, in bunten Kostümen auf der Bühne und beobachten die Lichteinstellungen. Sie werden noch durch Wolfgang Dornwald und zwei Achtklässler der Rudolf-Steiner-Schule vorgenommen. Dann ist wieder Einsatz gefragt.

Susanna Dornwald hebt die Dirigentenhände und singt die ersten Takte des „Feenliedes“ aus dem irischen Märchen an. Schüchtern dreinblickend, mit scheuem Gesicht, stimmen die Kinder mit ein. Bis zum 21. Januar muss alles perfekt sitzen. Um 16 Uhr hebt sich dann der Vorhang und der König mit den großen Ohren sucht nach der „Zauberharfe“. Allerdings muss noch einiges getan werden. „Vor allem können noch nicht alle Schüler ihren Text perfekt. Ich weiß, was manche noch zu tun haben“, meint Leiterin Sophie von Laer.

Basierend auf der Sage des König Midas, der so wenig von Musik verstand, dass die Götter ihm die Ohren lang gezogen haben, muss auch in dem Märchen der König mit sehr langen Ohren leben. Um dies geheim zu halten, verbannt er jeden Friseur, der ihm die Haare schneidet, auf eine einsame Insel. Peter, der beste Freund der Königstochter Lisa, erfährt von dem Geheimnis - und die Geschichte nimmt einen unerwarteten Lauf.

Die Figur „Peter“ wird von zwei Mädchen gespielt, da das Stück am 21. sowie am 22. Januar aufgeführt wird. Anna Fuhrich und Johanna Köhler, beide aus der sechsten Klasse der Rudolf-Steiner-Schule, müssen sich viel Text merken. Aber das ist kein Problem. Anna wartet geduldig auf ihren Einsatz, während Sophie von Laer den Feen ihren Text zuflüstert.

Dann ist sie an der Reihe: „Der König hat so große Ohren“. Mit einer ausholenden Armbewegung untermalt sie die Zeile. Noch ein verschmitztes Lächeln, ein kurzer Blick ins Publikum - und fröhlich verlässt sie die Bühne.

Währenddessen spielt sich die zehnjährige Felice auf ihrer Harfe ein und probt für die nächste Szene. Als sie an der Reihe ist und die Saiten des Musikinstruments bewegt, herrscht Stille im Atrium der Waldorfschule. Angespannt beobachten die Leiterinnen jeden Handgriff und atmen erleichtert auf, als der letzte, perfekt gespielte Takt verstummt.

Trotzdem muss noch viel geprobt werden. Eine Woche haben die Kinder dafür Zeit. Deswegen wird ab jetzt jeder Nachmittag genutzt. Susanna Dornwald sieht der Aufführung optimistisch entgegen. „Es ist einiges an Arbeit, aber wir liegen gut in der Zeit.“