Wittener Ruhrpottspatzen begeistern

Liebevoll gestaltet waren Kostüme und Bühnenbild der Ruhrpottspatzen. Foto: Martin KerstanWAZ-Bericht von Cordula Rode, 07.10.2013. Den Wittener „Ruhrpottspatzen“ ist es auf beeindruckende Weise gelungen, einer alten Geschichte neues Leben einzuhauchen: Der Wittener Kinderchor begeisterte am Wochenende mit der Aufführung des Musicals „Prinz und Bettelknabe“ nach der Erzählung von Mark Twain.

Einer altbekannten Geschichte neue Glanzlichter aufzusetzen, ist nicht einfach, zumal wenn es sich um eine Kinderaufführung handelt. Den „Ruhrpottspatzen“ aber ist dies auf beeindruckende Weise gelungen: Der Wittener Kinderchor begeisterte am Wochenende mit der Aufführung des Musicals „Prinz und Bettelknabe“ nach der Erzählung von Mark Twain.

Nahezu jeder kennt die Verwechslungsgeschichte, die im England des 16. Jahrhunderts spielt: Der junge Prinz Edward und der Bettelknabe Tom, die einander zum Verwechseln ähnlich sehen, tauschen zum Spaß die Rollen, müssen durch unglückliche Umstände aber die Identität des anderen länger behalten als ihnen lieb ist.

Es gelang den begabten Sängerinnen und Sängern des Chores mit Leichtigkeit, der (stark gekürzten) Handlung Leben einzuhauchen. Elisa Leuenberger als Bettelknabe Tom bewältigte mit ihrer klaren Stimme auch schwierige Passagen mit Bravour, Elena Gruber als Prinz stand dem in nichts nach. Auch die kleineren Rollen wurden von den Kindern mit ebenso viel Begeisterung wie musikalischem Können lebendig ausgestaltet. Herrlich: die zeternde Großmutter (Johanna Köhler), heimlicher Chef der Familie Canty.

Nicht ohne Stolz kündigte Chorleiterin Susanna Dornwald zu Beginn eine „Welt-Uraufführung“an – die Musik und die Texte sind in der Tateigens für den Chor geschrieben worden. Dafür verantwortlich zeichnen der Berliner Musiker Johannes Motschmann und Waldorflehrer Wolfgang Dornwald. Kindgerechte Musik, leichte und doch originelle Texte sind dabei heraus gekommen, meisterhaft instrumentiert von professionellen Musikern.

Das wunderschöne Bühnenbild, pittoreske Kostüme, eine hervorragende Beleuchtung und die gute Akustik des nahezu ausverkauften Saales der Waldorfschule an der Billerbeckstraße machten das Musical für die zahlreichen großen und kleinen Besucher zum echten Erlebnis.

Am Ende gab es anhaltenden Applaus vom begeisterten Publikum und Rosen für die Sängerinnen und Sänger, denen die Erleichterung und die Freude ins Gesicht geschrieben standen. Eine wirklich tolle Leistung!

WAZ-Bericht von Cordula Rode, 07.10.2013

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