Viel Applaus für Kinderoper

Welturaufführung: Schwungvoll und talentiert brachten die jungen Sänger die Kinderoper auf die Bühne. Foto: Martin SchreckenschlägerRuhr Nachrichten, 07.10.2013. Eine Welturaufführung brachten die "Ruhrpottspatzen" auf die Bühne: Die Kinderchöre sangen und spielten die Geschichte „Der Prinz und der Bettelknabe“, komponiert von Johannes Motschmann. Eine tolle Leistung.

Am Ende gab es einen ganz großen Applaus für die jungen Künstler. Foto: Martin SchreckenschlägerViele Stücke haben Susanna Dornwald und ihre Kinderchöre „Ruhrpottspatzen“ schon auf die Bühne gebracht. Diesmal widmeten sie sich der Kinderoper „Der Prinz und der Bettelknabe“. Eine Romanvorlage von Mark Twain war schon mal ein Anfang. Musik für Kinder sollte es sein, doch keinesfalls trivial.

Blumen gab es nach der gelungenen Premiere für die erwachsenen Kreativ-Akteure der Kinderoper, die für und mit dem Chor gearbeitet hatten. Foto: Martin SchreckenschlägerDie Lösung lag sozusagen in der Familie. Sophie van Laer, ebenfalls Chorleiterin bei den „Ruhrpottspatzen“, bat ihren Cousin Johannes Motschmann um eine Komposition, und Wolfgang Dornwald lieferte das Libretto dazu. Mit Neuer Musik, elektronischer Klangkunst, aber auch einer großen Zahl von Werken für kleine und große Besetzungen hat besagter Cousin sich bereits einen Namen gemacht. Auch Filmmusik hat er schon geschaffen.

Während die Kinder der drei Chorgruppen unterschiedlichen Alters auf der Bühne gesanglich Hochleistungen boten, führte Wolfgang Dornwald Regie. Susanna Dornwald dirigierte Chor und Kindersolisten sowie das elfköpfige Musikerensemble, zu dem auch van Laer als Pianistin gehörte. Die Geschichte um die Verwechslung des Prinzen von Wales mit einem Bettelknaben aus den Londoner Elendsvierteln, deren Kleidertausch und letztlich ihre Rückkehr in die angestammten Rollen setzten die Kinder singend, tanzend und schauspielernd um. Sie durften dabei in farbenfrohen Kostümen durchs Bühnenbild wirbeln.

Für die frische Musik ließ sich Motschmann von vielen Seiten inspirieren, im Vorspiel ist sie etwa zwischen Britten und Bernstein zu verorten. Es fanden sich zwei musikalische Zitate. In der Neukomposition fanden sich tänzerische Elemente wie Walzer und rasanter Reigen, ein Schlaflied ebenso wie gespenstische Musik – an das Phantom der Oper erinnernd. Klassisch-düstere Einflüsse à la „Don Giovanni“ lösten sich in kindgemäßen Paukenwirbel auf. Für die Schlussnummer „Ich bin ein Prinz, ich bin ein Bettelknabe“ – ein Mädchen-Quintett – scheint Motschmann die keltisch angehauchte Musik von Enya im Ohr gehabt zu haben. Mit Riesenapplaus bedankten sich Groß und Klein. Dafür gab’s eine Zugabe.

Bericht aus den Ruhr Nachrichten von Martin Schreckenschläger

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